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12.12.2011

50.000 Euro für neue Lehrformen

 

Der Professor

Prof. Dr. Tobias Häberlein will Studenten mit schwachen Studienleistungen konstruktives Lernen beibringen.

Albstadt - Professor Dr. Tobias Häberlein von der Hochschule Albstadt-Sigmaringen bekommt 50.000 Euro, um neuartige Lehrformen zu erproben. Er will schwächere Studierende gezielt fördern und sie an die Lernwelt Hochschule heranführen.

Das Projekt „Lernwelten“ ist von einer Jury für den „Fellowship für Innovationen in der Hochschullehre“ der Dieter Schwarz Stiftung ausgewählt worden. Insgesamt werden 16 Vorhaben mit je 50.000 Euro gefördert - die Baden-Württemberg-Stiftung, die Joachim Herz Stiftung und der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, die das Programm gemeinsam ausgeschrieben hatten, finanzieren jeweils fünf weitere Fellowships.

Professor Häberlein, der im Albstädter Studiengang Kommunikations- und Softwaretechnik lehrt, freut sich über die Förderung und will nun so schnell wie möglich sein Konzept umsetzen. „Wir haben beobachtet, dass immer mehr Studierende Probleme haben, formalen Denkprozessen zu folgen und dass sie zunehmend ein passives Verhältnis sowohl zu den vermittelten Inhalten als auch zur Hochschule als Ganzes entwickeln“, schildert er die Problemlage. „Verstärkt betroffen sind Studierende, die aus einem sozialen Umfeld stammen, das wenig Kontakt zur akademischen Welt hat.“

Die Ursachen sieht Häberlein weder in mangelnder Intelligenz, noch in Unwilligkeit oder gar Faulheit der Studenten. Die meisten Probleme hätten, so Häberlein, eher psychologisch-soziale Ursachen. Für den Misserfolg im Studium seien zum großen Teil fehlendes intellektuelles Selbstbewusstsein und eine resignierend-passive Grundhaltung verantwortlich, die auf frustrierende Lernerfahrungen aus der Zeit vor dem Studium zurückzuführen ist.

Der Informatiker setzt auf neuartige Lehrmethoden, genauer gesagt auf „kommunikative Didaktik“. Das bedeutet, dass die Vorlesung als Kommunikationssituation begriffen wird, in der die pädagogische Aufmerksamkeit verstärkt auf den beteiligten Individuen liegt. Die Methoden sollen zunächst in einer Veranstaltung in Seminarform im zweiten Semester des Studiengangs Kommunikations- und Softwaretechnik erprobt werden.

Was bedeutet das konkret? Frontalunterricht wird es nur in Ausnahmefällen geben. Diskussion und Kommunikation stehen im Vordergrund. Die Studenten sollen zum Beispiel ihre Studienentscheidung hinterfragen (Habe ich mich bewusst entschieden?), einen Text darüber verfassen, ihre Gedanken vor der Gruppe schildern und sich der Diskussion stellen. Eine weitere Lehrform sieht vor, dass sie an bestimmten Grundlagenthemen in Zweiergruppen arbeiten, wobei der Lernstand möglichst unterschiedlich sein soll.

Entscheidend für das komplette Seminar ist, dass die Teilnehmer Studenten aus höheren Semestern als Tutoren zur Seite gestellt bekommen, die positive Vorbilder in Sachen konstruktives Lernen sind. Von dem Fördergeld wird außerdem ein didaktischer Assistent in Teilzeit angestellt. Die Erprobungsphase dauert ein Jahr. „Wenn sich die neuen Lehrformen bewähren, sollen sie im Studiengang Kommunikations- und Softwaretechnik zum festen Bestandteil werden. Das ist mein Ziel“, sagt Professor Häberlein. Das Konzept könnte außerdem problemlos auf andere Studiengänge übertragen werden.

 
 
 
 
Autorin:
Tamina Zilz
 
PR-Referentin
 
Telefon: 07571 / 732-8291

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