Albstadt - Der Jahresbericht des Rektors der Hochschule Albstadt-Sigmaringen ist auch heuer sehr positiv ausgefallen. Professor Dr. Günter Rexer griff Anfang der Woche bei einer öffentlichen Senatssitzung in Albstadt einige Schlaglichter aus dem Studienjahr 2009/2010 heraus.
Zu den besonderen Ereignissen gehörten der Start des Studiengangs Digitale Forensik, die Gründung von vier Fachinstituten, die Zertifizierung zur familiengerechten Hochschule, die Neugestaltung des Internetauftritts, die Neubesetzung verschiedener Gremien und die erstmalige Vergabe von Leistungsprämien.
Rexer nannte vor allem Zahlen. Bei den Bewerbungen sprach er von einem starken Anstieg, die Gesamtzahl der Studierenden sei auf einem konstant hohen Niveau. Schaut man sich die Studentenzahlen bei den einzelnen Studiengängen an, ergibt sich kein homogenes Bild. „Die wirtschaftsorientierten Studiengänge sind deutlich stärker gefragt“, sagte der Rektor. Zu den Spitzenreitern gehört neben Betriebswirtschaft und Wirtschaftsingenieurwesen aber auch der Bachelor Lebensmittel/Ernährung/Hygiene. Nachholbedarf bestünde vor allem bei den Informatik-Studiengängen.
Um für den doppelten Abiturjahrgang 2012 gerüstet zu sein, hat die Hochschule im Rahmen des landesweiten Ausbauprogramms 152 zusätzliche Studienanfängerplätze geschaffen. Im kommenden Jahr können nun insgesamt 757 Erstsemester in den Bachelorstudiengängen aufgenommen werden.
Beim Thema Finanzen betonte Rexer: „Wir müssen das Drittmittelaufkommen deutlich steigern.“ Diese und andere Sondermittel seien dringend notwendig, da die frei verfügbaren Haushaltsmittel in Höhe von rund einer Million Euro bei weitem nicht ausreichten. Auch die Studiengebühren gehörten bislang zu den wichtigen Einnahmequellen – im Haushaltsjahr 2010 ein Posten in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro. „Wir hoffen, dass die Studiengebühren nicht ersatzlos gestrichen werden“, sagte Rexer. 60 Prozent der Studiengebühren, die ausschließlich für den Bereich Studium und Lehre bestimmt sind, seien 2009 und 2010 zur Aufstockung des Personals eingesetzt worden, der Rest größtenteils für die Ausstattung.
Themen des Rektors waren außerdem Baumaßnahmen, Hochschulmarketing und die Umsetzung der Struktur- und Entwicklungsplanung 2007 bis 2011. Ein weiterer Programmpunkt der Sitzung war der Rechenschaftsbericht der Gleichstellungsbeauftragten. Professorin Dr. Christa Schröder, die dieses Amt seit September inne hat, nannte ebenfalls Zahlen, ging auf den Gleichstellungplan ein und stellte einige Aktivitäten vor. Bei den Studierenden lag der Frauenanteil im letzten Jahr bei 45 Prozent, bei den akademischen Mitarbeitern bei 35 Prozent. Vor allem der Anteil der Professorinnen soll gesteigert werden – von aktuell 13 auf mindestens 15 Prozent im Jahr 2012.
Rektor Rexer beendete seinen Part mit dem Ausblick: Die Reakkreditierung vieler Studiengänge steht an, eine neue Struktur- und Entwicklungsplanung muss aufgestellt werden, der fünfte Tag der Technik und die zehnte Karrierebörse finden statt und außerdem soll in Albstadt ein studentisches Kulturzentrum eingerichtet werden.