Befehle des Menübands überspringen
Zum Hauptinhalt wechseln
Navigation nach oben
Anmelden
Headerbild
Aktuelles
Selektion nach Zielgruppen Go
15.07.2013

Smarte Textilien interdisziplinär entwickelt

 

Im Sommersemester 2013 haben Bachelorstudenten der Fakultät Engineering smarte, also intelligente, Textilien entwickelt. Entstanden sind Sitzkissen für Kinderollstühle, die den Feuchtegrad und die Temperatur per Smartphone übermitteln, und ein Armband, das für Sensorik geeignet ist, um die Emotionen seines Trägers zu messen. Projektpartner waren die Firmen Otto Bock Mobility Solutions und Bodymonitor Systems.

Am interdiszilinären Projekt "Smart Cushion" (intelligentes Sitzkissen) waren vier Studiengänge der Fakultät Engineering beteiligt. Diese Form der Zusammenarbeit in diesem Umfang war für alle Beteiligten neu und sorgte für eine besonders hohe Praxisnähe. Mitarbeiter des Förderprogramms "Willkommen in der Wissenschaft" begleiteten die Projektarbeiten. Das Projekt "Smart Bracelet" (smartes Armband) war deshalb besonders, weil eine international zusammengesetzte Studentengruppe daran arbeitete. Alle Projektgruppen lieferten hervorragende Ergebnisse und lernten viel für das spätere Berufsleben.


Smart Cushion (intelligentes Sitzkissen)

Am Projekt "Smart Cushion" waren 22 Studierende aus höheren Semestern der Bachelorstudiengänge Textile Produkttechnologie - Technische Textilien, Textile Produkttechnologie - Bekleidungstechnik, Technische Informatik und Wirtschaftsingenieurswesen beteiligt. Ziel war es, ein beheizbares Kissen mit textilem Bezug für einen von der Firma Otto Bock Mobility Solutions bereitgestellten Kinderrollstuhl zu entwickeln, das bei Inkontinenz geeignet ist und Sensorik enthält, die den Feuchtegrad und die Temperatur erfasst.

 

Die Beteiligten der textilen Studiengänge arbeiteten parallel in zwei Gruppen an unterschiedlichen Lösungskonzepten (eine Fünfer-Gruppe mit Bettina Barthelmie, Marion Kimmich, Katharina Heilos, Julia Henger und Anna-Lena Motzer sowie eine siebenköpfige Gruppe mit Carina Schillen, Saskia Weiler, Sarah Frank, Isabell Groß, Laura Hellinger, Melanie Moser und Katharina Rietzler). In rund drei Monaten entstanden weit fortgeschrittene Prototypen.

Um zu ihren Ergebnissen zu kommen, beschäftigten sich die Studentinnen zum Beispiel mit der Materialauswahl, untersuchten die Verarbeitbarkeit der Materialien und prüften verschiedene textile Eigenschaften. Beide Gruppen setzen bei ihren innovativen Lösungen für die Sitzkissen auf Mehrlagenkonzepte, die eine hohe Absorptionsfähigkeit bei Feuchte aufweisen (Inkontinenzproblematik), eine gute Luftzirkulation gewährleisten (Schwitzreduzierung) und dabei noch rutschsicher und komfortabel sind.

 

Fünf Studenten des Studiengangs Technische Informatik (Nadir Altinsoy, Rico Dewein, Benjamin Gebhardt, Damian Schade und Christoph Stifel) lieferten praktische und moderne Lösungen für die Erfassung und Weitergabe von Feuchte- und Temperaturinformationen via Bluetooth an Smartphones. Sie setzten sich mit Hardwareauswahl, Versuchsaufbauten zum Test der Sensorik und Softwareentwicklung auseinander. Zusammen mit den Textil-Studentinnen integrierten sie Heizelemente in das Sitzkissen. Die Temperatur kann per App reguliert werden.

  Vier Studenten des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen (Matthias Wütz, Benjamin Himmelsbach, Michael Betz, Matthias Hellwig) waren für das Projektmanagement zuständig. Sie begleiteten alle Projektschritte von Anfang bis Ende, organisierten Telekonferenzen, zeichneten Gespräche und Sitzungen auf. Um die Fortschritte und Ergebnisse dokumentieren zu können, entwickelten sie eine eigene Projekt-Website, auf die alle Beteiligten zugreifen können.

Martina Gerbig und Heinrich Grochowski begleiteten das Projekt. Beide sind im Rahmen des Landesförderprogramms "Willkommen in der Wissenschaft" an der Hochschule beschäftigt. Sie unterstützten die Studierenden fachlich und bezogen auch Studierende des zweiten Semesters (Ronja Lehner, Sophie Kellner, Christiane Schulz, Hagen Schaser) in das Projekt mit ein. Diese neue Form der Projektarbeit über Studiengangsgrenzen hinweg wurde von allen Beteiligten positiv bewertet und soll weiter fortgeführt werden.


Smart Bracelet (intelligentes Armband)

  Das Projekt "Smart Bracelet" wurde von einer international zusammengesetzten Gruppe bearbeitet: Von vier Studierenden des sechsten Semesters Textile Produkttechnologie - Technische Textilien (Frank Endriss, Patricia Hänsel, Alexander Küchle und Christina Pfetzer) und drei Erasmus-Studentinnen aus Estland (Aire Aasmäe, Olga Onohhova und Caro-Liine Tikk).

Der Projekttitel lautete: "Entwurf und Konfektion eines Armbands zur Integration von Sensorik zur Erfassung von Emotionen". Die Gruppe hatte ein von der Firma Bodymonitor Systems entwickeltes Armband mit Sensorik-Bauteilen vorliegen, das dazu dient, die Emotionen seines Trägers zu erfassen. Es ist hauptsächlich für Marktforschungszwecke gedacht. Aufgabe der Studierenden war es, die Armbandkomponenten zu optimieren und die für den Verwendungszweck beste Schnittform der textilen Hülle für die Elektronik zu entwickeln. Sie verbesserten das ursprünglich verwendete Armband durch den Einsatz eines Abstandstextils und einer Membran. Schnitttechnische Optimierungen erzielten sie dadurch, dass sie Elemente wie Gummiband, Flausch und Hakenband an die Erfordernisse anpassten. Außerdem setzten sie ein Verschlusssystem ein, mit dem sich der Druck auf das Handgelenk definiert einstellen lässt. Dies ist für die korrekte Funktion der "Emotionssensorik" wichtig. Das entwickelte Armband ermöglicht eine gute Zirkulation der Luft zwischen Material und Haut, so dass die Messergebnisse nicht durch einen vermehrten Schweißaustritt des Trägers beeinflusst werden. Das Material ist hautverträglich und falls das Armband gewaschen werden muss, ist ein schneller Wechsel der Elektronik möglich. Da auch ausländische Studentinnen beteiligt waren, kommunizierten die Teammitglieder in Englisch miteinander.


Prof. Dr. Jörn Lübben, Prof. Dr. Ute Matecki, Prof. Petra Schneider und Prof. Dr. Walter Ruf betreuten die Projektgruppen. Hochschulmitarbeiter aus verschiedenen Laboren unterstützten die Studierenden bei der Umsetzung ihrer Ideen. Die Materialien für die Fertigung der Prototypen sind teilweise Spenden von Unternehmen. 

 
 
 
 
Ihr Ansprechpartner
Prof. Dr. Jörn Lübben
 
Fakultät Engineering
Studiengang Textile Produkttechnologie - Technische Textilien 
 
Telefon: 07571 / 732-9565
 
luebben@hs-albsig.de