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Bundeskanzler-Stipendiat mit wertvollen Erfahrungen nach Brasilien zurück
Ein Jahr lang war Patrick Souza de Oliveira als Bundeskanzler-Stipendiat zu Gast im Studienbereich Wirtschaftsingenieurwesen und hat hier wertvolle Erfahrungen für seine weitere Karriere gesammelt. Das Bundeskanzler-Stipendienprogramm der renommierten Alexander von Humboldt-Stiftung, das mit Mitteln des Deutschen Außenministeriums finanziert wird, richtet sich an hochbegabte, international orientierte Hochschulabsolventinnen und -absolventen mit ersten Führungserfahrungen.  Mit diesem Stipendienprogramm unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin werden jährlich bis zu 50 angehende Führungskräfte aus Brasilien, China, Indien, Russland und den USA für ein Jahr an deutsche Institutionen eingeladen, um mit Unterstützung ihrer Gastgeber in interkulturellen Projekten globale Fragestellungen zu untersuchen und sich frühzeitig mit anderen internationalen Führungsnachwuchskräften zu vernetzen.
Zuvor hatte Oliveira bereits im Wintersemester 2013/14 als Gaststudent ein Semester im Bachelorstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen in Albstadt absolviert. Nach Abschluss seines Bachelorstudium in Physikingenieurwesen an der Universidade Federal de São Carlos (UFSCar) in Brasilien sammelte Oliveira dann erste Berufserfahrung bei einer brasilianischen Bank in São Paulo und bei der Gründung einer studentischen Organisation an seiner heimatlichen Universität sowie bei der Daimler AG in Stuttgart.  Das angenehme Studienklima und die persönliche Betreuung bewogen den Brasilianer noch einmal auf die Schwäbische Alb zurückzukehren, um hier sein Fachwissen zu vertiefen und seine internationalen Erfahrungen auszubauen.
In einem umfangreichen Bewerbungsprozess konnten er und sein Gastgeber Prof. Dr. Sommer, Studiendekan des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen in Albstadt, die Alexander von Humboldt-Stiftung erfolgreich von ihrem gemeinsamen geplanten Forschungsprojekt überzeugen. In dem Projekt führte Oliveira vergleichende Studien durch um zu untersuchen, welchen Stellenwert die Kriterien Internationalisierung sowie Digitalisierung/ Industrie 4.0 in Brasilien und Deutschland im unternehmerischen, technischen und politischen Bereich einnehmen. Um ein besseres Verständnis der Themen Internationalisierung und Industrie 4.0 zu erhalten, nahm der Stipendiat dazu Kontakt zu diversen deutschen Unternehmen und Forschungs- und Technologiezentrums auf.
In einer zweiten Runde wurden das Potenzial für Internationalisierung und die Vorbereitung der künftigen Arbeitskräfte auf Industrie 4.0 untersucht. Hierfür befragte Oliveira mehr als 730 natur- und ingenieurwissenschaftlich orientierte Studierende beider Länder. Die Ergebnisse der Studie stellt das Team Oliveira/ Sommer jetzt in einem wissenschaftlichen Artikel in der Fachzeitschrift Education Sciences vor.
Neben der Umsetzung des Forschungsprojekts nutzte Patrick Oliveira das Bundeskanzler-Stipendienprogramm aber auch um Land und Leute sowie die politischen Strukturen noch besser kennen zu lernen. Dafür nahm er an regionalen Netzwerktagungen teil und besuchte im Rahmen seiner Studienreisen traditionsreiche Städte wie Dresden und Karlsruhe, um deutsche Geschichte und Kultur hautnah zu erleben. Zudem verbrachte er einen fünfwöchigen Forschungsaufenthalt in Brüssel bei der Europäischen Kommission. In Gesprächen mit den dortigen Experten  lernte er die politische Beziehung zwischen Brasilien und Deutschland besser nachzuvollziehen. Zum Abschluss seines Forschungsaufenthalts besuchte Oliveira auch noch das Bundeskanzleramt in Berlin und traf den damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck persönlich.
Sein Fazit: „Das Bundeskanzler-Stipendium hat mir ermöglicht, mich tief in ein Thema einzuarbeiten, das mich seit langem sehr interessiert sowie mir ein starkes, internationales Netzwerk aufzubauen. Im Laufe meiner professionellen Karriere möchte ich gerne meine Verbindung mit Deutschland vertiefen, weil ich großes Potenzial in der Zusammenarbeit zwischen Brasilien und Deutschland sehe. Als Entwicklungsland haben wir wirtschaftlich in Brasilien den Bedarf nach Technologien und höhere Prozesseffizienz. Andererseits kann Deutschland von der brasilianischen Einwanderungsgeschichte und Integration auch interessante Beispiele lernen, die für seine aktuellen Herausforderungen passen.“
Die Vernetzung der Programmteilnehmer ist ein Hauptanliegen der Alexander von Humboldt-Stiftung, die den Kontakt zu den Bundeskanzler-Stipendiaten in dem weltweit agierenden Humboldt-Netzwerk auch nach der Förderphase weiter pflegt, um die Stipendiaten als zukünftige Mittler zwischen ihrem Heimatland und Deutschland zu gewinnen.
Patrick Oliveira wird ab August bei der renommierten, weltweit agierenden Unternehmens- und Strategieberatungsagentur McKinsey & Company in São Paulo arbeiten.
Autor: Ines Cepa, WIW
Fotos 1, 2: Patrick Oliveira
Foto 3: David Ausserhofer/ Alexander von Humboldt Stiftung
Datum: 01.06.2017