Dr. Ingeborg Mühldorfer übergibt ihr Amt an Prof. Dr.-Ing. Stephan Schenkel
Albstadt/Sigmaringen. Ein besonderer Abend für die Hochschule Albstadt-Sigmaringen: Nach 14 Jahren als Rektorin hat Dr. Ingeborg Mühldorfer am Mittwochabend das Amt an Prof. Dr.-Ing. Stephan Schenkel übergeben. Rund 400 Gäste aus Hochschule, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft waren zu dem Festakt gekommen.
Ingeborg Mühldorfer hatte ihr Amt am 1. Oktober 2012 angetreten. Ihre Amtszeit war geprägt von der Weiterentwicklung der Hochschule, dem Ausbau von Forschung und Transfer sowie der engen Zusammenarbeit mit regionalen Partnern. Dazu gehören unter anderem die Technologiewerkstatt Albstadt, der Innovationscampus Sigmaringen und die dort entstandene Forschungsfabrik. Auch die Systemakkreditierung der Hochschule und die Entwicklung flexibler und digitaler Studien- und Lehrformate fallen in ihre Amtszeit.
Zwei Ministerinnen beim Festakt
Den offiziellen Teil des Abends eröffneten zwei Vertreterinnen der Landesregierung; die erste Festrede hielt Petra Olschowski, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg. „Dr. Ingeborg Mühldorfer hat die vergangenen 14 Jahre lang die Entwicklung der Hochschule Albstadt-Sigmaringen als Rektorin mit großer Energie, Leidenschaft und Expertise geprägt“, sagte sie. „Sie hat Themen engagiert gesetzt, weiterverfolgt und, wo nötig, auch Mut und Kraft für Veränderung aufgebracht.“ All das habe sie mit Herzblut für die Studierenden und Lehrenden getan, aber auch mit Gespür für die Vernetzung am Standort. „Dafür danke ich ihr sehr herzlich. Prof. Dr.-Ing. Stephan Schenkel wird nun die Hochschule in die nächste Etappe führen. Er hat die Gremien bei seiner Vorstellung davon überzeugt, dass er die Hochschule mit neuen Impulsen weiterentwickeln wird.“
Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus des Landes Baden-Württemberg, betonte in ihrer Rede zum Thema „Vom Wissen zum Produkt, vom Produkt zum Wohlstand – ein baden-württembergisches Erfolgsmodell“: „Gerade in Zeiten großer wirtschaftlicher Umbrüche müssen wir dieses Prinzip neu beleben. Unser Land ist stark in der Forschung bei wichtigen Schlüsseltechnologien.“ Nun komme es darauf an, Wissen und Innovation schneller in die Anwendung zu bringen, damit daraus neue Produkte, wettbewerbsfähige Unternehmen und gut bezahlte Arbeitsplätze entstehen. „Mit Hightech BW bündeln wir die Kräfte von Hochschulen, Forschung, Wirtschaft und Start-ups. Die Hochschule Albstadt-Sigmaringen steht dabei genau für diese erfolgreiche Verbindung von Wissen, Innovation und regionaler Wirtschaft“, sagte Nicole Hoffmeister-Kraut.
Hochschule, Region und Wirtschaft im Gespräch
Im Anschluss rückten in mehreren Podiumsgesprächen unter der Moderation von Karina Eyrich die vielfältigen Verbindungen der Hochschule zu ihrer Region und ihren Partnern in den Mittelpunkt. Auf den Podien kamen Oberbürgermeister Roland Tralmer (Albstadt), Bürgermeister Dr. Marcus Ehm (Sigmaringen) und der Sigmaringer Altbürgermeister Thomas Schärer zu Wort. Die Sicht der Wirtschaft brachten Dr. Wolfgang Epp, Geschäftsführer der IHK Reutlingen, Dr. Sönke Voss, Geschäftsführer der IHK Bodensee-Oberschwaben, und Michael Gubisch, Vorsitzender des Fördervereins der Hochschule, ein. Auch Perspektiven aus der Hochschule selbst waren vertreten: durch die Studierenden Zoe Scheurenbrand und Nebi Gül, Prof. Dr. Jörg Bergemann, Prof. Dr. Lutz Sommer, den Personalratsvorsitzenden Christian Lehr und Hochschulseelsorger Pfarrer Matthias Ströhle.
Abschied und Neubeginn
Den persönlichsten Moment des Abends bildeten die Abschiedsworte von Ingeborg Mühldorfer. Nach 14 Jahren im Amt stand dabei vor allem der Dank im Mittelpunkt – an die Studierenden und Beschäftigten der Hochschule ebenso wie an die zahlreichen externen Partner aus Ministerien, Wirtschaft, Politik, Kommunen, Verbänden, den Industrie- und Handelskammern und vielen weiteren. Ihrem Nachfolger wünschte sie von Herzen alles Gute.
Anschließend übernahm Prof. Dr.-Ing. Stephan Schenkel offiziell das Rektorenamt. In seiner Antrittsrede stellte er den Gedanken des Miteinanders in den Mittelpunkt und sein Handeln unter das Motto „Kontinuität im Wandel“. Ihm gehe es darum, an bestehende Erfolge anzuknüpfen und die Hochschule gemeinsam weiterzudenken, statt mit Vergangenem zu brechen. „Ich blicke mit Respekt und Zuversicht auf die neue Aufgabe und freue mich darauf, den Hochschulalltag nun aus nächster Nähe kennenzulernen“, sagte er. In seinen bisherigen Gesprächen habe er eine große Bereitschaft zum Dialog gespürt.
Als inhaltliche Schwerpunkte nannte Stephan Schenkel die Fortentwicklung von Lehre und Weiterbildung: Studienangebote müssten anspruchsvoll, aber flexibel genug sein, um auch neue Zielgruppen zu erschließen. „Außerdem möchte ich Forschung und Transfer weiter stärken, da beides für die Sichtbarkeit und Anziehungskraft der Hochschule enorm relevant ist.“ Wichtig seien ihm dabei transparente Entscheidungen, ein wertschätzender Umgang und eine verlässliche Infrastruktur. „Ich möchte, dass Studierende und Beschäftigte gerne an die Hochschule kommen.“
Für diese Aufgabe bringt der Professor für Maschinenbau reichlich Führungserfahrung mit: Seit 2015 leitete er als Rektor die Studienakademie Karlsruhe der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW), wo er zuvor bereits als Prorektor und Dekan der Fakultät für Technik tätig war. Ergänzt wird sein Profil durch mehrjährige Leitungserfahrung bei der DaimlerChrysler AG sowie eine fundierte Expertise an den Schnittstellen zwischen Hochschule, Wirtschaft und Politik.
Im Anschluss an den offiziellen Teil waren die rund 400 Gäste zu einem Empfang mit Fingerfood und Getränken eingeladen. Musikalisch begleitet wurde der Abend von der Band Jazzmatics.

