KI-Brille für Menschen mit Sehbehinderung wird mobil
Albstadt/Sigmaringen. Eine an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen entwickelte KI-Brille für sehbehinderte und blinde Menschen macht einen wichtigen Schritt nach vorn: Dank einer neuen Smartphone-App ist das System nun vollständig mobil einsetzbar und nicht mehr auf einen PC angewiesen.
Nachdem ein Studierendenteam im vergangenen Jahr erfolgreich einen ersten Prototypen entwickelt hatte, wurde das Projekt inzwischen weitergeführt und entscheidend verbessert. Aktuell wird die KI-Brille vom Maschinenbau-Studenten Felix Gaiser weiterentwickelt; betreut wird er von Prof. Dr. Ezzeddine Laourine von der Fakultät Engineering in Albstadt. Ziel der neuen Projektphase war es, die Software grundlegend zu überarbeiten und die Alltagstauglichkeit deutlich zu erhöhen.
Der ursprüngliche Prototyp hat bereits gezeigt, dass eine kostengünstige KI-Brille technisch realisierbar ist. Ausgestattet mit Sensoren, Kameras sowie einem Mikrocontroller mit WLAN- und Bluetooth-Funktion erfasst das System die Umgebung, warnt zuverlässig vor Hindernissen und kann auf Knopfdruck Bilder aufnehmen. „Diese wurden bislang an einen PC übertragen, in der Cloud analysiert und anschließend als gesprochene Informationen ausgegeben“, erklärt Felix Gaiser.
Mit der neu entwickelten App entfällt nun die Abhängigkeit vom PC: Die Daten werden direkt über das Smartphone verarbeitet, sodass die Brille ortsunabhängig genutzt werden kann. Damit rückt das ursprüngliche Ziel des Projekts in greifbare Nähe – eine alltagstaugliche, flexible und bezahlbare Unterstützung für sehbehinderte Menschen.
Das Interesse an der KI-Brille ist groß: Nach der ersten Veröffentlichung meldeten sich zahlreiche Betroffene und Angehörige, die das System gerne testen wollten. Durch die aktuelle Weiterentwicklung könnte dies künftig möglich werden. „Langfristig bleibt das Ziel bestehen, die Bauanleitung der Brille frei zugänglich zu machen“, sagt Ezzeddine Laourine. Damit soll möglichst vielen Menschen der Zugang zu dieser Technologie ermöglicht werden.
Kontakt: Prof. Dr. Ezzeddine Laourine

