Pressemitteilung Textil- und Bekleidungstechnologie Forschung & Transfer Referat für Kommunikation und Marketing

Forscherin der Hochschule gewinnt IHK-Preis

Albstadt/Sigmaringen. Wie lassen sich Kleidungsstücke schneller entwickeln, nachhaltiger produzieren und gleichzeitig effizienter vermarkten? Mit dieser Frage beschäftigt sich die 3D-Produktentwicklung, die digitale Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette ermöglicht. Prof. Marina Baum hat dieses Zukunftsthema gemeinsam mit ihrem Kollegen Prof. Dr. Christian Kaiser an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen in den textilen Studiengängen etabliert. Für ein gemeinsames Projekt mit der Mey GmbH & Co. KG wurde sie nun mit dem Preis „Exzellenter Technologietransfer Neckar-Alb“ der IHK Reutlingen ausgezeichnet.

Die Auszeichnung würdigt Forschungsprojekte, die wissenschaftliche Erkenntnisse erfolgreich in die unternehmerische Praxis übertragen. Im Mittelpunkt des Projekts stand die Frage, wie sich klassische Produktentwicklungsprozesse durch digitale Methoden ergänzen oder teilweise ersetzen lassen. Das Ergebnis: Mithilfe von 3D-Visualisierungen können sowohl Entwicklungszeiten als auch die Anzahl physischer Prototypen reduziert werden. 

In der Bekleidungsbranche werden Informationen zwischen Produktentwicklung, Produktion und Marketing häufig mehrfach aufbereitet und in unterschiedlichen Formaten weitergegeben. „Die im Projekt entwickelten digitalen 3D-Darstellungen können für Produktdatenbilder, Kataloge, Online-Anwendungen und Marketingmaterialien genutzt werden“, erklärt Marina Baum. „Gleichzeitig unterstützen sie die Produktionskommunikation, indem sie technische Zeichnungen ergänzen oder teilweise ersetzen.“ Das beschleunige Abstimmungs- und Produktionsprozesse und reduziere den Aufwand für physische Musterteile.

Ein besonderer Aspekt des Projekts ist, dass der Technologietransfer bereits während des Studiums begann. Die damalige Studentin Nadja Amann beschäftigte sich in ihrer Abschlussarbeit mit der 3D-Simulation von Mey-Produkten und legte damit den Grundstein für die Einführung der 3D-Produktentwicklung im Unternehmen. Nach ihrem Abschluss wurde sie von Mey übernommen und arbeitet dort heute als Digital Development Managerin. Das Projekt zeigt damit beispielhaft, wie Hochschulen nicht nur neue Technologien entwickeln, sondern auch qualifizierte Fachkräfte hervorbringen, die Innovationen direkt in die Praxis tragen.

„Die Auszeichnung unterstreicht die hohe Qualität unserer anwendungsorientierten Forschung und den erfolgreichen Wissenstransfer in die Praxis“, sagt Prof. Dr. Matthias Premer, Prorektor für Forschung, Transfer und Entrepreneurship der Hochschule. „Solche Kooperationen stärken die Innovationskraft unserer Region.“ Auch für die IHK Reutlingen ist die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft ein entscheidender Erfolgsfaktor: „Die ausgezeichneten Projekte zeigen, wie Forschungsergebnisse ihren Weg in die betriebliche Praxis finden und Unternehmen dabei unterstützen, neue Lösungen zu entwickeln“, sagt Dr. Stefan Engelhard, Leiter des Instituts für Wissensmanagement und Wissenstransfer der IHK Reutlingen.

Der Preis „Exzellenter Technologietransfer Neckar-Alb“ wird seit 2014 vergeben. Ausgezeichnet werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler regionaler Hochschulen, die gemeinsam mit Unternehmen Forschungsergebnisse erfolgreich in die Praxis übertragen.