Forschungsprojekt überzeugt auf der Grünen Woche
Albstadt/Sigmaringen. Biobasierte Lebensmittelverpackungen aus Agrar-Reststoffen, die fossile Kunststoffe ersetzen können: Mit diesem Ansatz sorgt das Verbundprojekt BUSINESS für Aufmerksamkeit – zuletzt auch auf der Grünen Woche in Berlin. So groß, dass sich Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer und Dr. Margareta Büning-Fesel, Präsidentin der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), persönlich am Projektstand informiert haben.
Im Mittelpunkt von BUSINESS steht die Entwicklung eines neuartigen Eisbechers aus dem biobasierten Kunststoff Polyethylenfuranoat (PEF). Der Werkstoff kann PET und Polystyrol gleichwertig ersetzen und weist zugleich verbesserte Materialeigenschaften auf. Ziel des Projekts ist es, fossile Kunststoffe in Lebensmittelverpackungen durch biobasierte Alternativen zu ersetzen und neue Wertschöpfungsketten im Sinne der Bioökonomie zu erschließen.
„Mit BUSINESS entwickeln wir nachhaltige Verpackungslösungen, die ökologische Vorteile mit hoher Funktionalität verbinden und sich für den Praxiseinsatz eignen“, sagt Prof. Dr. Markus Schmid, Leiter des Sustainable Packaging Institute (SPI) an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen. „Der PEF-Eisbecher zeigt, welches Potenzial biobasierte Kunststoffe für die Lebensmittelverpackung haben.“
Koordiniert wird das Verbundprojekt von der Universität Hohenheim. Projektpartner sind unter anderem das SPI der Hochschule Albstadt-Sigmaringen, der Biohof Vogel sowie die Arburg GmbH. Für die Biokunststoffherstellung werden gezielt Agrar-Reststoffe wie Stroh, Lebensmittelabfälle oder Chicoréewurzeln genutzt, die keinen oder nur geringen Nutzen für die landwirtschaftliche Produktion haben. Gleichzeitig wird darauf geachtet, Nährstoffe wieder in den landwirtschaftlichen Kreislauf zurückzuführen.
BUSINESS betrachtet erstmals die gesamte Kunststoff-Wertschöpfungskette – von der Biomasse über das Endprodukt bis hin zur Wiederverwertung. Neben der Materialentwicklung stehen dabei auch Umweltwirkungen und wirtschaftliche Aspekte im Fokus, um den Markteintritt biobasierter Verpackungen wie PEF langfristig zu ermöglichen.

