SmartFood BaWü: Lebensmittelabfälle in Pilot-Haushalten halbiert
Albstadt/Sigmaringen. Die aktive Phase des Projekts SmartFood BaWü zur Messung von Lebensmittelabfällen in Privathaushalten im Zollernalbkreis ist abgeschlossen. Beim Abschlussabend im Balinger Landratsamt stellten die Projektpartner erste Ergebnisse vor – mit einer klaren Tendenz: nach unten.
Freiwillige Haushalte erfassten zwischen Herbst 2024 und Dezember 2025 ihre Lebensmittelabfälle über eine eigens entwickelte App. Zu Beginn lag die durchschnittliche Menge bei 1,44 Kilogramm pro Person und Monat. Im Abschlussmonat waren es nur noch knapp 600 Gramm, der niedrigste Wert wurde im September 2025 mit 360 Gramm erreicht. Die Ergebnisse präsentierten Prof. Dr. David Drissner von der Hochschule Albstadt-Sigmaringen und Dr.-Ing. Gerold Hafner von der Technologie-Transfer-Initiative an der Universität Stuttgart.
Am häufigsten landeten Gemüse und Salat, Essensreste sowie Obst im Müll. Der wichtigste Entsorgungsgrund war „verdorben“, gefolgt von „keine Lust“ und „zu viel gekocht“. Genau hier sehen die Forschenden Ansatzpunkte für Strategien gegen Lebensmittelverschwendung – etwa durch bessere Informationen zu Lagerung, Haltbarkeit und Portionsplanung.
Die bisherigen Daten sind noch nicht repräsentativ. Dennoch zeigt sich: Die teilnehmenden Haushalte gehen besonders bewusst mit Lebensmitteln um und wurden durch das Projekt zusätzlich sensibilisiert.
Deshalb wird bereits über eine Fortsetzung diskutiert. Ziel könnte sein, mehr Haushalte im Zollernalbkreis oder sogar in ganz Baden-Württemberg einzubeziehen. Möglichkeiten dafür sind etwa Informationsaktionen auf Wochenmärkten, in Schulen, Vereinen oder Supermärkten. Auch mit dem Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz sollen die nächsten Schritte besprochen werden.
Hintergrund
Smart Food BaWü ist ein Kooperationsprojekt der Hochschule Albstadt-Sigmaringen, der Technologie-Transfer-Initiative an der Universität Stuttgart und des Amts für Abfallwirtschaft des Zollernalbkreises. Das Land Baden-Württemberg fördert das Projekt im Rahmen seiner Strategie gegen Lebensmittelverschwendung. In Deutschland wirft jeder Mensch durchschnittlich rund 80 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr weg.

