Tischgastkommunikation: Wie wirksam sind Infos in der Mensa?
Mit Botschaften wie „Aus dem Ländle auf den Teller. An Guada.“ wurde in Mensa und Kantinen auf regionale und biologische Zutaten aufmerksam gemacht. Doch beeinflussen solche Hinweise tatsächlich die Essenswahl?
Ein Forschungsprojekt der Fakultät Life Sciences der Hochschule Albstadt-Sigmaringen ist dieser Frage in fünf Kantinen in Baden-Württemberg nachgegangen. Neben dem Einsatz von Bodenaufklebern und Plakaten wurden auch Gäste vor Ort befragt.
Das Ergebnis ist eindeutig: Informationsmaterialien werden zwar überwiegend positiv wahrgenommen und viele Gäste wünschen sich mehr Transparenz, etwa zur Herkunft der Lebensmittel. Dennoch zeigte sich kein messbarer Einfluss auf die tatsächliche Speisenauswahl. Faktoren wie Geschmack, Preis und Gewohnheiten bleiben entscheidend. Im oft hektischen Kantinenalltag werden zusätzliche Informationen zudem häufig nur beiläufig wahrgenommen und stehen in Konkurrenz zum Speiseplan oder der direkten Essensausgabe.
Trotz der begrenzten Wirkung sind solche Maßnahmen nicht bedeutungslos. Sie tragen dazu bei, Verständnis für Veränderungen zu schaffen und die Akzeptanz für nachhaltigere Angebote zu erhöhen – insbesondere dann, wenn Informationen direkt am Ort der Entscheidung platziert sind.
Fazit: Informationsmaterialien allein steuern das Verhalten kaum, leisten aber einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung und zur transparenten Kommunikation in der Gemeinschaftsverpflegung.
