Studierende nähen mit Beschäftigten der Lebenshilfe Zollernalb
Albstadt/Sigmaringen. Was passiert mit riesigen Werbebannern, wenn sie nicht mehr gebraucht werden? Acht Studierende der Hochschule Albstadt-Sigmaringen haben darauf gemeinsam mit sechs Beschäftigten der Lebenshilfe Zollernalb eine kreative Antwort gefunden: Im Rahmen eines Industrieprojekts verwandelten sie ausgediente Sichtschutz-Banner der Volksbank Balingen in praktische Alltagshelfer.
Die Studierenden des 6. und 7. Semesters im Studiengang Textil- und Bekleidungstechnologie standen dabei vor einer Herausforderung. Das robuste Material der Werbebanner sollte nicht einfach recycelt, sondern neu belebt werden.
Unter der Leitung von Prof. Sven Gerhards entwickelten die Studierenden zunächst eine breite Palette an Ideen – von der Arbeitsschürze bis zum Sonnenschutz fürs Auto. Die Schwierigkeit: Das Material ist ziemlich starr, und die Produkte mussten so konzipiert sein, dass sie auch für Nähanfänger ohne kompliziertes Zubehör wie Reißverschlüsse umsetzbar sind.
„Wir wollten Produkte schaffen, die den Beschäftigten der Lebenshilfe einen echten Nutzen bieten und gleichzeitig Spaß in der Herstellung machen“, erklärten die Studierenden bei der Abschlusspräsentation am Donnerstag. Die Wahl fiel schließlich auf praktische Gürteltaschen, Kabelorganizer und Utensilos in verschiedenen Größen. Um die Arbeit vor Ort zu erleichtern, fertigten die Studierenden Schablonen aus Plexiglas und produzierten Text- und Videoanleitungen.
Der Höhepunkt des Projekts war dann der gemeinsame Nähworkshop im Dezember. Sechs Teilnehmende der Lebenshilfe lernten unter Anleitung der Studierenden den Umgang mit der Nähmaschine oder frischten ihre Kenntnisse auf, und die Resonanz war überwältigend. „Das Projekt war eine tolle Bereicherung“, sagt Mirjam Scheijvens, Mitarbeiterin des Berufsbildungsbereiches bei der Lebenshilfe. „Der Umgang untereinander war offen, herzlich und wertschätzend. Wir haben uns jede Woche gefreut, wenn die Studierenden kamen.“
Auch für die angehenden Textilingenieurinnen und -ingenieure war die Zusammenarbeit eine prägende Erfahrung. „Die Motivation und die Vorfreude der Teilnehmenden haben uns sehr berührt“, so das Fazit der Projektgruppe. Und was alle Beteiligten besonders freut: Das Projekt wirkt nach. Die ehrenamtliche Mitarbeiterin Elke Luippold wird den Nähworkshop bei der Lebenshilfe künftig einmal pro Woche weiterführen.




